“Chocolate Kiss” macht Kölner Opernterrassen zur süßesten Location Kölns
Von Klaus Wockenfoth | 22.September 2009
Mit einem neuen Konzept startet Sugar Royal Events am 17. Oktober 2009 eine neue Premium-Eventreihe, zu deren Auftakt in den Kölner Opernterrassen mit Julian Smith einer der Top-DJs des Kölner Nachtlebens gewonnen werden konnte.
Unter dem Motto “The Finest of House, Electro & R’n'B” findet am 17. Oktober 2009 ab 22.00 Uhr die erste Party der neuen Eventreihe “Chocolate Kiss” statt. Mit den Kölner Opernterrassen unweit des Doms und des berühmten 4711-Hauses in der Glockengasse haben sich die Macher für das neue Premium Event eine stilvolle und zugleich beliebte Kulisse ausgesucht.
Für den Auftakt der neuen Reihe exklusiver House-Partys haben die Veranstalter mit Julian Smith, der sonst unter anderem Resident DJ der bekannten “Candy Shop” ist, einen der angesagtesten Künstler des Kölner Partylebens ins Boot geholt. Zusammen mit dem Dortmunder DJ Michael Bowe wird Smith den Gästen der “Chocolate Kiss” die besten Sounds der House- und Electromusic servieren.
Als weiteres Highlight bietet die “Chocolate Kiss” neben ausgesuchten Live Acts Deutschlands größten Schokoladenbrunnen, der das Event mit 22 kg flüssiger Schokolade versüßen wird. Eine gut sortierte Bar mit einer reichhaltigen Auswahl an Cocktails und Mixgetränken runden das Event ab.
Infos zur “Chocolate Kiss” finden (nicht nur Kölner) Nachtschwärmer auf der Webseite “www.chocolate-kiss.de“. Eine Ticketvorbestellung ist sowohl über die Webseite als auch per Telefon unter 0221 – 422 90 227 möglich.
Der Eintritt beträgt an der Abendkasse 10 Euro inklusive einem Welcomedrink. Das weibliche Publikum hat bis Mitternacht freien Eintritt. Aufgrund des großen Interesses bitten die Veranstalter alle Gäste frühzeitig an den Opernterrassen zu erscheinen.
Ich frag mich ja nur: wer kommt nicht hin?
Themen: Electro, Event, House, Julian Smith, Köln, Michael Bowe, Opernterrassen, Party | Kein Kommentar »
Der Wahl-O-Mat ist online
Von Klaus Wockenfoth | 4.September 2009
Es ist mal wieder soweit. Für alle, die noch nicht wissen, bei wem oder was sie bei der kommenden Bundestagswahl ihr Kreuzchen machen sollen, bietet die Bundeszentrale für politische Bildung den allseits bekannten und beliebten Wahl-O-Mat an.

Auf der einen Seite beruhigt es mich, daß ich doch nicht ganz so rechts bin, wie einige meinen. Auf der anderen Seite mach ich mir bei DEM Ergebnis ernsthafte Gedanken …
Mein Tipp: wenn ihr euer Ergebnis vergleicht, vergleicht mit ALLEN Parteien.
Themen: Bundestagswahl '09, Wahl-O-Mat | 3 Kommentare »
Chocolate Kiss
Von Klaus Wockenfoth | 1.September 2009
Heute mal was in eigener Sache. Wenn jemand unter Euch da draußen
a) ein Fan von House, Electro & R’n'B ist
b) ein Fan von Julian Smith ist
c) am 17.10.2009 noch nichts zu tun hat
dem empfehle ich die Opernterrassen in Köln.
Unter dem Motto “The Finest of House, Electro & R’n'B” servieren Euch DJ Julian Smith und DJ Michael Bowe das Beste aus House, Electro und R’n'B. Los geht’s um 22.00 Uhr in den Opernterrassen, Brüderstraße 2, 50667 Köln.
Der Eintritt beträgt 10 Euro. Die Damen der Schöpfung haben bis Mitternacht Eintritt frei.
Als besonderes Special an diesem Abend : Deutschlands größter Schokoladenbrunnen lässt 22 Kilo Schokolade sprudeln!
Tickets gibt’s unter chocolate-kiss.de. Also, wenn ihr noch nichts auf dem Partyplaner eingetragen habt …
Freu mich, Euch dort zu treffen
Themen: Köln, Party | Kein Kommentar »
No more a pirate
Von Klaus Wockenfoth | 28.August 2009
Es ist unbestritten momentan äußert trendy, wie Uli Steins Pinguin mit einem “Dagegen”-Schildchen herumzulaufen. Und das auch dann, wenn man gerade mal kein Konzept zur Hand hat. Macht nichts! Wenn man aktuell mal gerade keine Meinung vorweisen kann, helfen “die Anderen” sicher gerne mit der eigenen aus.
Die wohl aktuellste Manifestation des trendigen Dagegenseins ist wohl die Piratenpartei. Die Gruppierung, die aufgrund der Herkunft der Mitglieder von außen betrachtet wie eine Interessengemeinschaft der IT-Industrie anmuten mag, erfährt nunmal im Augenblick einen Aufwind, den vor einem Jahr noch niemand so richtig geahnt hätte. Und dieser Trend wird medial begleitet von einer “Alles toll”-Stimmung. Ist ja alles so schön bunt orange hier.
Aber da wir alle wissen, daß nicht alles Gold ist, was glänzt, würde mich ja einfach mal interessieren, wie es auf der anderen Seite dieses Trends aussieht. Denn es wird mit absoluter Sicherheit Leute geben, die der Partei den Rücken kehren oder gekehrt haben. Und deren Beweggründe interessieren mich brennend. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, daß sich die Organisation innerhalb der Partei (man denke nur an die indiskutable Neu-Mitgliederbehandlung) im Laufe von einem guten Jahr von “am Rande der Katastrophe” zu “vorbildlich” gewandelt hat.
Aber komischerweise spricht darüber keiner…
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Unlautere Mittel
Von Klaus Wockenfoth | 25.August 2009
Das Bundesverfassungsgericht könnte uns bändeweise Anekdoten erzählen über die unlauteren Mittel, mit der die Union (unter Zuhilfenahme der stets nickwilligen SPD-Genossen) versucht, “Politik” zu machen. Und man sollte vermuten, daß man sich in den Reihen der Union auch derartig untergürtellinigen Arbeitsweisen bedient, wenn es um den Wahlkampf geht.
Die gute Nachricht ist: die Vermutungen haben ein Ende, denn sie wurden durch die Realität bestätigt. Denn was sich die Krawallkleisterer der Jungen Union in Rinteln da zusammengekleistert haben, erreicht ganz neue Dimensionen der Sauerei. Es ist ja kein Geheimnis, daß ich nicht unbedingt ein glühender Anhänger der Piratenpartei bin, aber einen einigermaßen fairen Wahlkampf würde ich mir dennoch für alle Parteien wünschen.
Zwar hat sich die Junge Union bereits offiziell entschuldigt und einige der Plakate wieder entfernt. Dennoch lasse ich das Argument, daß es eine neue und unerfahrene Truppe war, die sich da den Zensurkleister gemischt hat, absolut nicht gelten. Auf der einen Seite sollte jeder noch so (politisch) schwarze Depp wissen, daß man Plakate fremder Parteien nicht überklebt und auf der anderen Seite mache ich mir gerade sehr ernsthafte Gedanken über den tatsächlichen Bildungs- und Gewissensstand des Unionsnachwuchses, der da auf unser Land zuwuchert…
Und ich kann nur hoffen, daß der JU Rinteln-Vorsitzende Daniel Jäger den betreffenden Kleistermeistern ordentlich den Marsch geblasen hat … wenn er nicht mal selbst auf diese hirnrissige Idee gekommen ist. Aber in dubio pro reo (”im Zweifel für den Angeklagten”, Übers. f. CDU-Mitglieder).
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100 Jahre
Von Klaus Wockenfoth | 17.August 2009
Gerade läuft auf Phoenix meine absolute Lieblingsdoku. 100 Jahre. Und immer an der gleichen Stelle dieses Doku-Marathon kommen mir die gleichen Gedanken. Immer dann, wenn die Ereignisse des Jahres 1989 über den Bildschirm flimmern.
Da sind diese vielen Menschen in der Prager Botschaft. Dicht an dicht, auf engstem Raum. Manche haben kleine Kinder auf dem Arm. Viele dieser Menschen sind noch sehr jung. Und allen stehen Angst und Verzweiflung ins Gesicht geschrieben.
Wer erinnert sich eigentlich noch wirklich an den 30.09.1989? Es war bereits dunkel, als genau um 18:58 Uhr Bundesaußenminister Genscher den 5000 in der deutschen Botschaft in Prag ausharrenden Flüchtlingen mitteilte: “Wir sind zu Ihnen gekommen, um ihnen mitzuteilen, daß heute ihre Ausreise…“. Das Ende des Satzes wurde vom Jubel überrollt.
Erinnert sich daran überhaupt noch jemand in diesem Land? Gibt es denn überhaupt noch Menschen, denen bei diesen Bildern ein eiskalter Schauer über den Rücken läuft und man dagegen ankämpfen muß, von den überwältigenden Emotionen, die diese Bilder hervorrufen, nicht schlicht hinweggefegt zu werden? Erinnert sich daran überhaupt noch jemand?
Da ist dieser Mann an einem Grenzübergang mitten in Berlin. Hinter ihm Menschen, welche die offenen Schlagbäume noch nicht fassen können. Die Mauer ist offen. “Ich habe erlebt, wie die Mauer gebaut wurde und will sehen, wie sie wieder abkommt.” Noch während er diese Worte spricht, wird er von seinen Gefühlen überwältigt. Alle Verzweiflung fällt in dieser Sekunde von ihm ab, wie von so vielen in diesem Moment.
Gibt es denn eigentlich heute noch jemanden, der bei diesen Bildern von seinen Gefühlen überwältigt wird? Läuft in diesem Land noch irgend jemand herum, der sich in diesen Momenten dabei ertappt, daß ihm die Tränen in die Augen schießen? Gibt es noch irgendwen in dieser Interesseneinöde, genannt Deutschland, der sich an den 9. November 1989 erinnert, als in den Abendnachrichten das Unfassbare vermeldet wird?
Kurz vorher hatte Günther Schabowski das Ungeheuerliche vor versammelter Presse verkündet. Die DDR soll angeblich die Grenzen zum Westen geöffnet haben. Hunderte, Tausende harren an den Grenzkontrollstellen aus und warten darauf, “einfach mal so” in West Berlin spazieren zu gehen, ohne den beschwerlichen Weg eines Visumsantrages gehen zu müssen. Und wer erinnert sich noch an die Bilder, als die Grenzbeamten am Grenzübergang Bornholmer Strasse aufgaben – nein, kapitulierten – und die Schlagbäume der Geschichte für immer fielen?
Was ist daraus geworden? Die Deutschen sind nicht mehr “das Volk”. Den meisten von ihnen jagt nur noch ein kalter Schauer der Abscheu über den Rücken, wenn sie an diese Momente unfassbar tiefgreifender Umwälzungen denken, wenn sie nicht schon längst in vollkommener Apathie und dunkelstem Desinteresse versunken sind. Die Deutschen, so sind sie nunmal. Sie vergessen schnell. Kollektives Alzheimer im Endstadium.
Wie leicht das auch ist, das Vergessen. Gerade einmal 20 Jahre ist es her, daß Deutsche für ihre Freiheit gekämpft haben. Es reichten vier Worte, es wurde eine gewaltige Revolution, die die ganze Welt verändert hat. Ohne einen Tropfen Blut zu vergießen, ohne daß ein Schuß abgefeuert wurde.
All das haben wir bereits vergessen. Aus dem Jubel der Freiheit und Souveränität ist ein gequältes Jammern geworden. Es ist deutsches Jammern. Gesamtdeutsches Jammern. Jammern auf allerhöchstem Niveau.
Die Freude über die Freiheit ist dem Desinteresse von Herrn Otto Normal gewichen und wenn morgen früh kein Krieg ausbrechen sollte, gibt es nichts mehr, was Herrn Normal noch aus seiner Teilnahmslosigkeit erwecken kann. Der Deutsche ist müde geworden, zu müde, um noch gegen Ungerechtigkeiten aufzubegehren, es sei denn, sie beeinträchtigen ihn selbst übermäßig offensichtlich. Solange Fraß, Auto und Glotze in ausreichendem Maße vorhanden sind, kriegt kaum ein Deutscher den Arsch hoch, geschweige denn die Zähne außeinander. Willkommen in einer Gesellschaft, in der man ja doch nichts ändern kann. Nicht, weil das stimmen würde, sondern weil man aus der eigenen Teilnahmslosigkeit und grenzenlosen Apathie heraus nicht mehr erkennt, was in diesem Lande wirklich geschieht.
Naja, man darf halt alle vier Jahre seine Stimme abgeben, aber ob man das macht … schaun mer mal. Lohnt sich ja doch nicht, sind doch eh alles Verbrecher, die uns an den Geldbeutel wollen und zuletzt erst bei sich sparen. Wählen kann man eh keinen von denen. Und ändern kann man daran ja auch nichts.
Ach, der deutsche Michel. Was war er doch früher für ein liebenswerter Geselle, der karikierte Bauerntrampel, der für den Deutschen an und für sich stand. Der deutsche Michel ist mittlerweile ein widerlicher fauler Sack geworden, der sein Leben in einem Fernsehsessel fristet und eigentlich die Bleistiftmine nicht wert ist, mit der er gezeichnet wird.
Er zappt die Abendnachrichten weg wie einen lästigen Werbeblock, außer der Garzeit seines Schnitzels und der möglichst niedrigen Temperatur seines Bieres interessiert ihn nichts mehr. Aber wehe, der Stammtisch ruft. Dann wird der deutsche Michel plötzlich untypisch aktiv und fängt im Kreise Gleichgesinnter an rumzupöbeln, gegen den Verfall dieses Landes (voller Verbrecher), gegen die Verwahrlosung der Jugend (sind ja auch alles Verbrecher), gegen das politische Verbrechertum an sich und gegen steigende Bierpreise (gemacht von Verbrechern).
Und wenn sich die Türen der Kneipe dann wieder schließen, wird Michel wieder zu dem teilnahmslosen faulen Sack, zu dem er geworden ist seit jenen Tagen des Jahres 1989, als Menschen auf friedliche Art und Weise die Welt auf links gedreht haben.
Aber einig sind sie sich alle. Da müsste mal irgendwer kommen und etwas ändern. Aber selbst irgendetwas ändern? Ach nein, ändern kann man ja doch nichts.
Themen: Die Deutschen, Geschichte | Kein Kommentar »
187 KVs – Schmidtfaktor = ?
Von Klaus Wockenfoth | 16.August 2009
Nachdem jetzt diese lächerliche Diskussion über die “Dienstwagenaffäre” endlich vom Tisch zu sein scheint, kann sich die aktuelle und halbschattige Bundesgesundheitsministerin also doch wieder daran machen, noch kurz vor Toresschluß politische Aussagen zu tätigen. Und die Neueste geht für meinen Geschmack schon in die richtige Richtung, was sowohl bei den verbalen als auch geistigen Ergüssen dieser Frau äußerst selten der Fall ist. Aber sie geht mir eben noch nicht weit genug.
Denn mal ganz ehrlich : wozu brauchen wir 30 bis 50 Krankenkassen? Ich persönlich gehe noch ein kleines Stückchen weiter und sage, daß wir weder 30 noch 50 brauchen, sondern lediglich eine einzige.
“Und dann bleibt der Wettbewerb auf der Strecke” werden jetzt sicher einige schreien. Und genau das ist auch die Absicht meiner These. Wenn wir in irgendeinem Sektor keinen Wettbewerb brauchen, dann auf dem Gebiet der Krankenkassen. Denn wer mit der Gesundheitsfürsorge der Menschen Wettbewerb treibt, handelt in meinen Augen von vorn herein unmoralisch. Aber es kommt mir hierbei noch nicht einmal auf irgendeine moralische Diskussion an. Das Ganze hat für mich einen praktischen Hintergrund und bietet vielleicht einen interessanten Aspekt sozialer Gerechtigkeit.
Ich wage mal ein Modell…
In Deutschland gibt es nur noch eine einzige Krankenkasse. Ausnahmslos jeder “Verdiener” (um mal die Unterscheidung zwischen Arbeitnehmern, Arbeitgebern, Beamten, Empfängern von Lohnersatzleistungen und wasweißichnoch wegzuwischen) zahlt einen pauschalen Prozentsatz seines Einkommens in diese Kasse ein. Weil’s so schön einfach ist, nehmen wir mal 5% von allem, was er/sie/es verdient. Lohn, Einkommen, Mieten, Zinsen, Spekulationsgewinne. Und selbstverständlich auch von Prämien, Abfindungen und Boni.
Und zwar ohne Beitragsbemessungsgrenze.
Von einem Monatseinkommen von 1000 Euro würden also 50 Euro in die KV wandern. Von einem Monatseinkommen von 10.000 Euro würden 500 Euro in die KV abgeführt. Denn die Beitragsbemessungsgrenze ist mithin der größte Skandal, den sich das bundesdeutsche Sozialsystem jemals erlaubt hat. Während die Kleinverdiener brav ihren Teil des Einkommens abgezogen bekommen und für jeden einzelnen Cent bluten, ist bei Großverdienern spätestens bei 3.675 Euro im Monat schluß. Alles darüber ist (falls auch noch Steuern gespart werden sollen) für Liechtenstein. Die Gemeinschaft geht leer aus. Aber aus einem merkwürdigen Grund scheint das niemanden zu stören.
Bitte? Private Krankenversicherungen? Natürlich würde es die auch noch geben. Aber nicht mehr als alleinige Versicherungsform, sondern als Zusatzversicherung für diejenigen, die sich das leisten möchten. Den allgemeinen Beitrag zahlt – wie bereits erwähnt – jeder. Das würde auch die Ungerechtigkeit Nummer 2 eindämmen, nämlich die mögliche Rückkehr aus einer privaten KV. In früheren Zeiten war der privat Versicherte immer privat versichert. Das hat sich aber mittlerweile geändert. Wenn sich heute privat Versicherte ihre Versicherung nicht mehr leisten können, “rutschen” sie wieder in die gesetzliche KV und empfangen aus dieser auch ihre Leistungen.
Und das bedeutet? Jemand, der durch seine private KV über Jahre oder Jahrzehnte der Allgemeinheit den Rücken gekehrt hat, profitiert plötzlich wieder von ihr, wenn sich der einstige Reichtum in Luft aufgelöst hat. Ein klassisches Beispiel einer Politik für die Großen.
Welche Leistungen exakt von einer solchen allgemeinen Versicherung erstattet werden, ist selbstverständlich genau festzulegen. In jedem Falle steht jedem Bürger eine medizinische Grundversorgung und -vorsorge zu, die im Falle von Kindern noch etwas umfassender ausgestaltet werden sollte. Aber hier noch weiter darauf einzugehen, würde sicher den Rahmen sprengen.
Wie auch immer ein Gesundheitsmodell für die Zukunft aussehen mag, so muß es in jedem Falle dem einst von Rot-Grün exklusiv angemieteten (und mittlerweile weiterverpachteten) Anspruch sozialer Gerechtigkeit genügen. Ich bin mal gespannt, was Berlin sich in dieser Richtung noch ausdenken wird. Nur eines steht für mich bereits fest: mit dieser Bundesgesundheitsministerin Ulla “Elektronische Gesundheitskarte” Schmidt wird es ganz sicher nichts Sinnvolles werden.
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Weiter runter geht’s immer
Von Klaus Wockenfoth | 14.August 2009
Während der letzten 4 Jahre, die gefühlt in etwa einem halben Erdzeitalter entsprachen, haben wir alle langsam die Denke angenommen, daß die bösen Jungs (und Mädels) beinahe ausschließlich in der CDU/CSU-Riege saßen, der Oberböse war Bundesinnenwolfgang Schäuble (mit aktiver Rückendeckung eines weiblichen Ex-FDJ-Mitglieds) und alles war in bester Ordnung. Wir hatten ein hübsch klares Weltbild und eine solide Vorstellung davon, wer massive Probleme mit dem Porzellaninventar im geistigen Schränkchen hat.
Doch damit wir nicht glauben, daß nur in den Reihen der Union Menschen sitzen, deren Denkvermögen in etwa dem von Stahlbeton entspricht, kommt uns freundlicherweise der designierte Bundesinnenminister Thomas Oppermann zu Hilfe, der zur Zeit zum Glück nur parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion ist.
Der Gute war übrigens in Niedersachsen von 1998 bis 2003 Minister für Wissenschaft und Kultur und 2003 bis 2005 wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Man sollte noch hinzufügen, daß Oppermann Germanistik, Anglistik und Jura studiert hat. Die Theorie, daß man nicht unbedingt etwas von seinem Handwerk verstehen muß, um ein politisches Amt zu bekleiden, wurde somit also einmal mehr durch einen Beweis untermauert.
Steinmeiers Schatten-Innenminister ließ in einem Spiegel-Interview vom 12.08.09 die politischen Hosen herunter und outete sich als würdiger Nachfolger Wolfgang Schäubles. Frei übersetzt äußerte er, daß Vorratsdatenspeicherung und Online-Durchsuchung – von denen übrigens auch sein Schatten-Chef Steinmeier nicht so ganz die Finger lassen kann – für die Aufrechterhaltung der Sicherheit in Deutschland notwendig seien. Mir persönlich ist bis jetzt kein einziger Fall bekannt, in welchem eine der beiden Methoden auch nur einen Ladendieb überführt hat – geschweige denn einen Profi von der Bombengürtelfraktion.
Sehr schön fand ich hingegen Oppermanns Annahme, daß die Piratenpartei nur eine vorübergehende Erscheinung sei. Mir ist jetzt nicht wirklich klar, ob er hier “Piratenpartei” und “SPD” verwechselt hat. Die letzten Umfragen, die mehr oder minder eindeutig die SPD als vorübergehendes Phänomen identifizieren, lassen jedoch auf einen solchen Irrtum schließen.
Irritiert hat mich in diesem Interview jedoch die folgende Aussage:
“Sie (die Piratenpartei, Anm. d. A.) plädieren für die Freiheit des Internets, aber immer dann, wenn jemand Regeln fordert, reagieren sie unduldsam und empfindlich. Ein anderes Beispiel: Downloads von Musik und Literatur. Die Piraten tun immer so, als sei es das Selbstverständlichste der Welt, sich im Internet das anzueignen, was andere erarbeitet haben – ohne entsprechendes Entgelt zu leisten. Das ist kriminell und unsozial. Da muss man mit der Internetcommunity offensiv diskutieren.”
Lieber Herr Oppermann, ich teile ja mit Ihnen durchaus eine gewisse Abneigung gegen die Piratenpartei. Und ich sehe auch das Anliegen kritisch, für Privatnutzer den kostenfreien Zugriff auf urheberrechtlich geschützte Werke zu erlauben. Aber mehr politische Schnittpunkte werden wir beide wohl nicht finden. Zumal Sie anscheinend nicht in der Lage sind, sich selbst beim Reden zuzuhören. Mir ist vollkommen bewußt, daß die Tätigkeit “Sprechen” bei Politikern zum unreflektierten Automatismus wird, je weiter die Amtszeit fortschreitet. Aber auch unter Berücksichtigung dieser Einschränkung müsste selbst Ihnen doch einleuchten, daß sich jemand gegen die Reglementierung von etwas stellt, wenn er für die Freiheit des selben arbeitet.
Ich teile mit Ihnen auch durchaus die Meinung, daß die meisten Piraten manchmal etwas – nun ja - impulsiv reagieren. Aber ich bin mir sicher, daß das speziell in Ihrem Falle keinesfalls unpersönlich gemeint ist. Wenn Sie selbst diese Erkenntnis noch nicht gefunden haben, dann erlauben Sie mir darauf hinzuweisen, daß Sie mit einer Forderung nach Aufrechterhaltung von Vorratsdatenspeicherung und Online-Durchsuchung eben nicht zu der Kategorie Mensch zählen, die Piraten im Speziellen und die Internetcommunity im Allgemeinen als angenehme Zeitgenossen bezeichnen würden. Und Ihre Zugehörigkeit zur einer Partei, die über eine ganze Legislaturperiode den Abnicker für Sicherheitsgesetze gemimt hat und sich nun mit einer jeder Grundlage entbehrenden Selbstdarstellung als “Bürgerrechtspartei” in den “Wahlkampf” wirft, erhöht Ihren persönlichen Sympathiequotienten nicht wirklich.
Ich darf Sie an dieser Stelle an Aussagen einer Ihrer Parteigenossinnen bezüglich den Internetsperren erinnern?
“Als ich gehört habe, wie die Franzosen das Problem der Piraterie lösen wollen, habe ich mich gefragt, warum wir das nicht hinbekommen.”
“Wir haben starke Grundrechte in unserem Grundgesetz verankert, aber die hindern uns manchmal einfache, klare Lösungen zu finden.”
(Angelika Krüger-Leißner, SPD)
Ihre Idee von einer Diskussion mit der Internetgemeinschaft ist wirklich gut gemeint, aber noch einmal zu überdenken. Im Idealfall sollten Sie nicht selbst an diese Sache herangehen (schon, aber nicht nur aus oben genanntem Grund), sondern jemanden in diese Schlacht schicken, der – im Gegensatz zu Ihnen und den meisten Ihrer KollegInnen – auch wirklich versteht, wovon er/sie redet.
Ich persönlich empfehle Ihnen hier Björn Böhning. Der Mann ist zwar nicht weniger schräg, hat im Gegensatz zu Ihnen aber nicht nur verstanden, daß die Diskussion über die Internetsperren der SPD massiv geschadet hat, sondern dürfte auch mit einem ausreichenden Wissenshintergrund ausgestattet sein und somit wissen, wovon er redet. Aber es ist natürlich nur ein Vorschlag…
Ich gestehe ja, daß ich mir das Schattenkabinett des F.W.S. nicht wirklich in Gänze angeschaut habe. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich das tun werde. Aber zumindest aus Sicht der Sicherheits- und Innenpolitik bin ich mir sicher, daß es vollkommen irrelevant ist, ob der Wähler bei der nächsten Wahl sein Kreuzchen bei der SPD oder der CDU macht. Ob ich nun “Raider” oder “Twix” kaufe ist schließlich auch wurscht.
Mein Vorschlag: kann nicht mal jemand ein Gesetz verfassen, das Abgeordneten das Grundrecht auf freie Rede beschneidet und welches immer dann greift, wenn ein Politiker krampfhaft versucht von Dingen zu reden, von denen er aber auch wirklich gar keinen blassen Schimmer hat? Das würde dem Bürger so manchen Ärger und den meisten Politikern einige Peinlichkeiten ersparen. Nicht wahr, Frau von der Leyen?
Themen: Bundestagswahl '09, Piratenpartei, SPD | Kein Kommentar »
… oder anderswo Gescheiterte
Von Klaus Wockenfoth | 13.August 2009
Bei der Piratenpartei mischt Jörg Tauss mit – ein umstrittener Politiker, des wegen des Besitzes von kinderpornografischem Material in die Schlagzeilen gekommen ist. Diskreditiert sich die Partei nicht mit solchen Personen?
Weil diese Partei irgendwie anders sein will, lockt sie zwangsläufig ein Spektrum von Leuten an – Selbstdarsteller oder anderswo Gescheiterte.
Aus: Stuttgarter Nachrichten, Interview der Stuttgarter Nachrichten mit dem österreichischen Politikwissenschaftler Peter Filzmaier.
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Ein bisschen “Change”
Von Klaus Wockenfoth | 12.August 2009
Leser, die sich hier eingefunden haben und die auch schon bei meinem vorherigen Projekt, dem “Letzten Blog vor der Autobahn” zu Gast waren, werden sich fragen: “Was zur Hölle ist denn mit dem passiert?”. Ok, ihr sollt es erfahren. Nur damit nicht nachher Gerüchte umgehen, ich würde von der Union gesponsort. Obwohl man mir schon vorgeworfen hat, ich hätte mich zu einem CDUler gewandelt.
Im Grunde hat meine ganz persönliche “Change” Ende 2008 begonnen. Als politischer Geschäftsführer des Bezirksverbandes Köln der Piratenpartei war es eigentlich für mich vollkommen normal, gegen die ganze politische Überwachungsapparatur zu arbeiten, die uns da tagtäglich aus Richtung Berlin entgegenschlug. Und je weiter das Jahr 2008 voranschritt, desto besser funktionierte auch die Arbeit innerhalb des BzV Köln. Wir drängten mit der wöchentlichen Mahnwache in Köln in die Öffentlichkeit, gaben immer mehr Pressemeldungen raus und taten alles, um unsere Arbeit so bekannt wie möglich zu machen. Wir wagten uns sogar über den winzigen Horizont hinaus, den uns das Parteiprogramm diktierte. Aber es gab einen Knackpunkt, der zunächst nur klein und unscheinbar war, mit der Zeit jedoch immer größer wurde. Und dieser Knackpunkt war die überzogene Technikaffinität der Partei.
Im Grunde war es eine Banalität, die meine Sympathien für die Piraten langsam aber stetig gegen den absoluten Nullpunkt gehen ließen. Der Streitpunkt war der Umgang mit Mitgliedsdaten innerhalb des Vorstands des Bezirksverbandes. Wer sollte welche Daten einsehen dürfen? Wann sollte er das dürfen? Was sollte im Falle eines Personalwechsels geschehen? Als die Diskussion nach Wochen bei unter verschiedenen Personen aufgeteilten Passwörtern und TrueCrypt-Containern auf USB-Sticks angekommen war, läuteten für mich innerlich die Abschiedsglocken. Ich diskutiere wirklich sehr gerne, aber nicht über Dinge, die keine Diskussion wert sind, die für mich nur Kauderwelsch sind und – vor allem – die mit einer klaren Ansage des Vorstands hätten umgehend geregelt sein können. Stattdessen entschied man sich dafür, weitere Wochen ins Land gehen zu lassen, um das gleiche Problem (welches im Grunde keines war) wieder und wieder unter Verweis auf die größtmöglichen und unverständlichsten technischen Raffinessen durchzudiskutieren. Und das Ergebnis dieser Diskussionen sollte eine Lösung sein, die auf die schwerstmögliche Art und Weise mit meinem Lebensmotto kollidierte: “Es muß doch auch einfacher gehen”.
Mir wurde klar, daß ich bei den Piraten komplett am falschen Platz war. Das war keine politische Partei, sondern ein nerdiger Debattierclub. Und ich hasse nicht nur überflüssige Diskussion um Probleme, die keine sind, sondern auch Lösungen, die behindern und Arbeitsweisen ineffizient machen. Also entschied ich mich zum Ausstieg aus der Piratenpartei, weil ich meine Zeit lieber in die politische Arbeit stecken wollte und nicht in irgendwelche sinnfreien TechTalks, die zu Problemlösungen führten, die komplizierter waren als das eigentliche Problem. Und die Konfrontation mit einigen Parteigenossen außerhalb des BzV Köln tat schließlich ihr Übriges.
Es folgte eine Zeit frei von öffentlicher politischer Arbeit, die jedoch für die Findung eines Weltbildes Gold wert war. Ich nahm mir Zeit, um Dinge zu überdenken, die mir noch vor kurzem vollkommen normal erschienen – und änderte meine Ansichten über sie. Politische Positionen wurden in Frage gestellt, auf ihren Sinngehalt geprüft und ich stellte mir bei jeder einzelnen die Frage: “Stimmt das wirklich mit deiner ureigenen festen Überzeugung überein?”.
Oft genug tat es das nicht.
Und während langer zehn Monate veränderte sich meine Sicht auf die Dinge und ich merkte, wie ich langsam wieder in dieses Universum zurückkehrte. Mit einem Mal war es für mich eine Selbstverständlichkeit, daß es Themen gab, die niemanden (außer ein paar eingefleischten Nerds) wirklich interessieren. Ich hatte für mich selbst erkannt, daß Demonstrationen in diesem Land nicht im Entferntesten dazu geeignet sein können, politische Veränderungen zu bewirken.
Mehr noch: diese ganze “Bürgerbewegung” gegen einen vermeintlichen Überwachungsstaat und deren schwarzmalerische 1984-Endzeitprophezeiungen wirkten auf mich ab einem bestimmten Punkt einfach nur noch fremd. Dieses ganze orwellsche Getue erschien mir irgendwann so überzogen und realitätsfremd, daß ich nun innerlich damit abgeschlossen habe und auch nicht mehr wirklich beabsichtige, in dieser Richtung jemals wieder etwas zu tun.
Ich habe bei weitem nicht meine Meinung über das lächerliche Sicherheitsgeschwafel der Union geändert. Auch meine Abneigung gegen die wankelmütigen Abnicker von der SPD hat sich weitestgehend erhalten. Ich bin immer noch ein glühender Kritiker der teilweise schon als bewußte Irreführung des Bürgers zu wertenden FDP-Politik. Und ich kann immer noch nichts mit diesem unsagbar idiotischen Politikbrei der Linken und der Grünen anfangen. Ich suche immer noch nach der Antwort, ob Merkel oder Steinmeier das kleinere Übel ist und warum sich überhaupt jemand für diese wandelnden Intelligenzbeleidigungen begeistern kann – oder für die infernalische Katastrophe eines Bundesaußenministers Westerwelle.
Aber ich bin an einem Punkt angelangt, an welchem ich Aussagen (insbesondere von Politikern) nicht mehr generell als rhetorischen Dummschwatz behandle, wie dies die Berufspessimisten der Anti-Stasi-2.0-Fraktion tun. Mittlerweile habe ich mir angewöhnt, eine Aussage im Kontext zum Umfeld und zur Situation zu bewerten. Und erst dann kann ich sie immer noch als Dummschwatz behandeln (die sie ja zugegebenermaßen in vielen Fällen auch sind).
Ein sehr schönes Beispiel ist die Diskussion um den allgemeinen Mindestlohn. Mittlerweile ist mir vollkommen klar, daß es einen solchen niemals geben wird und auch gar nicht geben KANN. Denn höherer Lohn bedeutet zwingend höhere Preise. Und im Lande von 1-Euro-Läden und “Geiz ist geil” werden sich schlicht und ergreifend nicht genug Menschen finden, die auch wirklich bereit sind, diese Preise zu bezahlen. Vor allem nicht, weil viele Menschen sich solche Preise überhaupt nicht leisten könnten. Auf den Katzenjammer bin ich gespannt.
Ebenso gespannt bin ich, wie viele Menschen bereit sein werden, für ihr Pfund Kaffee sechs bis acht Euro zu zahlen, nur damit fair Gehandeltes in die Tasse kommt. Diejenigen, die heute nach fairem Handel schreien, werden sehr still werden, wenn sie in einer fairen Handelswelt einkaufen müssen.
In der letzten Zeit ist mir immer mehr klar geworden, daß man wirkliche Veränderungen nicht dadurch bewirkt, daß man einmal im Jahr auf die Straße geht und unter monströser Geldverpulverung ein wenig herumdemonstriert. Und man bewirkt auch keine Veränderungen, indem man irgendwelche Bürgerrechtsbündnisse gründet und so tut, als wäre das der Weisheit letzter Schluss. Denn das mag vielleicht in Staaten des real existierenden Sozialismus funktionieren, die ohnehin kurz vor dem Fall stehen. Aber hier und jetzt, in einem Land, in welchem sich in Umfragen fast die Hälfte der Menschen als glücklich bezeichnet und 90% Internetsperren ganz toll finden funktioniert das eben nicht. Und die Information, daß Internetsperren eben doch nicht so toll sind, kann Otto Normal auch nicht durch kleine Bürgerrechtsgruppen mit Flyern und Mahnwachen eingeprügelt werden.
Mag sein, daß mein persönlicher Wandel für viele nicht nachvollziehbar ist. Ich hingegen kann damit sehr gut leben. Mittlerweile steuere ich zusammen mit alten Weggefährten wieder auf die aktive Politik zu und wir werden in Kürze ein neues politisches Projekt starten. Was das aber genau werden wird … ihr werdet es an dieser Stelle noch früh genug erfahren
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