Der Blauhaubenhering

Der Blauhaubenhering (Clupea hyacintho) gehört zur Familie der Knochenfische. Im Gegensatz zu den gewöhnlichen Heringen kommt der Blauhaubenhering nur in einem kleinen See in der Nähe von Castrop-Rauxel vor.

Der von Natur aus scheue Fisch ist ein reiner Süßwasserfisch. Neben seiner sehr eingeschränkten Verbreitung zeichnet sich dieser Heringsfisch durch seine ausgeprägte Nachtaktivität aus. Anzutreffen ist er nur in den frühen Morgenstunden zwischen dem ersten Zwitschern der Nachtigall und Sonnenaufgang.

Beschreibung

Die Wildform des Blauhaubenherings wird zwischen 13 und 18 Zentimeter lang. Die weiblichen Exemplare sind dabei in der Regel größer als die männlichen. Ihren Namen haben diese Fische der auffallend blau gefärbten Kopfpartie der Männchen zu verdanken, welche vor allem in der Paarungszeit auftritt.

Paarung und Aufzucht der Jungen

Im Gegensatz zu den meisten anderen heimischen Heringsfischen betreibt der Blauhaubenhering eine intensive Brutpflege. Während der Paarungszeit, die gewöhnlich von April bis Juli andauert, erbaut das Männchen ein Nest, welches aus Pflanzenteilen, kleinen Kieselsteinen und verlorenen Schrauben alter IKEA-Möbel besteht. Nach einer ausufernden Partynacht legt das Weibchen zwischen 2000 und 4000 Eier in dieses Nest, welche anschließend durch das Männchen bewacht werden. Das Weibchen kümmert sich bis zum Schlüpfen der Jungtiere nicht um das Gelege. Fressfeinde, die sich in die Nähe des Nestes begeben, werden vom männlichen Blauhaubenhering konsequent angegriffen, wobei der Fisch ein hohes Aggressionspotential an den Tag legen kann.

Sind die Jungtiere in Folge endloser Diskussionen um das Aufräumen des eigenen Zimmers doch endlich geschlüpft, kehrt das Weibchen zum Nest zurück und hilft bei der Erziehung und Sprachförderung der Nachkommen.

Bedeutung als Speisefisch

Der Blauhaubenhering ist einer der wenigen einheimischen Fische, dem keine besondere Stellung als Speisefisch zukommt. Das Fleisch der Fische ist von backsteinartiger Konsistenz und erinnert in seinem Geschmack an eine Mischung aus Kaugummi, Schuhcreme und Youtuber nach dem Frühsport.

Nachzucht und Handel

Der Blauhaubenhering gilt unter Aquarienbesitzern als schwierig zu haltender Fisch. Eine Nachzucht einiger Exemplare ist bisher nur durch die Bereitstellung ausreichend großer Aquarien mit einem Fassungsvermögen von mehr als 1000 Litern und eines in allen Punkten ordentlich ausgearbeiteten Mietvertrages gelungen. Insbesondere durch seinen Hang zur Rechthaberei, seine außergewöhnlichen Konversationsfähigkeiten und sein auffallend destruktives Weltbild ist der Blauhaubenhering nur erfahrenen und nervenstarken Aquarianern zu empfehlen.