SEOmania Recap KW 19/2018

Wöchentliche Neuigkeiten aus SEO und Online-Marketing

Kommentar: Google und die Meta-Descriptions: der Schritt zurück

Das war ja eine vollkommen unerwartete und überraschende Änderung, die sich die Suchmaschinenbetreiber da haben einfallen lassen. Ohne die Community vorher zu informieren oder gar um Erlaubnis zu bitten, hat Google die Länge der Snippets wieder einmal verändert. Genauer betraf die Änderung die Länge, mit der Meta-Descriptions in den Suchergebnissen angezeigt werden. Diese wurde von rund 320 Zeichen nun wieder auf eine durchschnittliche Länge von 160 Zeichen gekürzt. Ende 2017 wurde hingegen eine gegenteilige Veränderung der Suchergebnisseiten vorgenommen. Die kurzen Meta-Descriptions, die in den Suchergebnissen – hin und wieder im Original – angezeigt wurden, erweiterten sich quasi über Nacht auf sagenhafte 320 Zeichen. Mancherorts wurde dies als “Twitter-Effekt” bezeichnet, weil auch der Betreiber des sozialen Netzwerks ungefähr zum gleichen Zeitpunkt ähnliche Veränderungen an der Länge der Tweets vorgenommen hatte.

Die erneute Änderung hatte dann auch gleich entsprechend entrüstete Kommentare seitens zahlloser SEOs zur Folge, die ihre Meta-Description in den letzten Wochen auf die “neue” Länge von 320 Zeichen optimiert hatten. Allerdings scheinen die fleißigen “Optis” dabei zu übersehen, dass Google niemals davon gesprochen hat, dies zu tun – geschweige denn dies zu empfehlen. Wo also liegt das Problem?

Übereifrigkeit und falsche Empfehlungen trugen gewiss einen nicht zu unterschätzenden Teil dazu bei, den Hype auch tatsächlich zu einem solchen zu machen. Sogar die Anbieter einer namhaften SEO-Software sprachen ungerechtfertigte Handlungsempfehlungen aus. Und die irrige Annahme, dass Veränderungen an den Suchergebnissen für die Ewigkeit gemacht sind, taten ein Übriges.

Ich für meinen Teil habe dazu geraten, erst einmal die Füße still zu halten. An alle, die dieser Empfehlung seinerzeit Beachtung geschenkt haben: gern geschehen.

Canonicals werden nur im rohen HTML berücksichtigt

Diese Information  wurde auf der Google I/O fast schon beiläufig verkündet. Dennoch ist sie von solch elementarer Tragweite, dass einigen javascriptverliebten Webmastern beinahe das Herz stehen geblieben sein dürfte. Google verarbeitet das Canonical-Tag nicht wie die meisten anderen Elemente aus dem finalen gerenderten Code eines Dokuments, sondern aus dem rohen HTML-Code, der beim initialen Abrufen des Dokuments übertragen wird. Und dieser Unterschied mag zwar klein erscheinen, ist jedoch bedeutsam. Denn sobald die Canonical-Information per Javascript eingefügt wird, beachtet Google dies wahrscheinlich nicht mehr. Liest man zwischen den Zeilen eines Kommentares von Johannes Müller auf Twitter, gilt dies auch für die Integration über den Google Tag Manager.

Natürlich ergibt das vollkommen Sinn, denn auch der Tag Manager wird letzten Endes über Javascript in die Seite eingebunden und basiert auf dieser Technologie. Allerdings stellt sich dann auch die Frage, ob nur das Canonical davon betroffen ist, oder ob weitere Elemente ausschließlich im Raw-Code beachtet werden.

Keywords sind sowas von 2012

Die Erstellung von Inhalten für das Web könnte ziemlich einfach sein, wenn es sich dabei ausschließlich um das Einfügen von Keywords in beliebige Texte handeln würde. Allerdings ist das der Stand von 2012 und längst Teil der Geschichte. Heute benötigen Texter und Contentmacher weitaus mehr als nur eine bloße Liste von Begriffen. Das Zauberwort lautet: Clustering. Dabei werden die aus der Keywordrecherche stammenden Begriffe thematisch gruppiert. Das Ergebnis sind Texte, die sich mehr oder weniger tiefgreifend mit einem Thema oder einem Aspekt eines Themas beschäftigen.
SEO-Evolution: Themen statt Keywords mit Topic-Clustern

Indexierung? Kann schon einmal länger dauern

“Was Du heut’ nicht kannst besorgen, das verschiebe ruhig auf morgen”. Der Wahlspruch der Prokrastinaten unter uns gilt tatsächlich auch für Google. Eine Änderung an der Website kann mitunter erst nach Wochen in den Suchergebnissen auftauchen. Das liegt jedoch nicht daran, dass die Suchmaschine einer chronischen Arbeitsunlust zum Opfer gefallen ist, sondern an den immensen Datenmengen, die täglich auf die Datenbanken der Suchmaschine herabregnen. Wer also in diesem Augenblick eine Änderung an seiner Website vornimmt, darf gerne damit rechnen, dass diese Änderung erst in ein paar Monaten in den Resultaten bewundert werden kann.
Site Changes Can Take Months to be Reflected in Search Results

Google: Ein 308-Redirect wird wie ein 301 behandelt

Hand aufs Herz: wer hat schon einmal einen 308-Redirect benutzt? Die wenigsten SEOs können mit diesem Redirect etwas anfangen. Dabei kann man mit dieser Weiterleitung ziemlich brauchbare Dinge anstellen. Bei einem allseits bekannten 301-Redirect kann nämlich die Request-Methode wechseln. Das bedeutet, dass POST-Daten nicht unbedingt auch als solche ankommen müssen. Das ist bei einem 308-Redirect anders. Dieser Weiterleitungstyp verlangt, dass die Methode in jedem Falle die selbe bleibt. Google selbst ist das jedoch vollkommen gleichgültig, denn beide Weiterleitungstypen werden gleich behandelt.
Google behandelt 308-Redirects wie 301-Redirects

DSGVO: Opt-Out für den Tag Manager

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) kreist wie ein hungriger Geier über der Blogosphäre im Speziellen und dem Web im Allgemeinen. In den meisten Fällen ist ein solches Flugvieh einem durchschnittlichen Abmahnanwalt übrigens nicht ganz unähnlich. Aber dies nur am Rande. Eigentlich soll es hier um den Google Tag Manager gehen, den seltsamerweise kaum ein Websitebetreiber auf der Rechnung oder in seiner Datenschutzerklärung stehen hat. Auch wenn GTM ein recht cookieloser Zeitgenosse ist, muss er doch irgendwie aufgerufen werden, um sein Werk zu verrichten. Da er per Javascript eingebunden wird, erfolgt der Aufruf im Browser des Nutzers. Die Übertragung der Nutzer-IP an die Google Server ist also nur Formsache. Ein findiger Entwickler hat sich darum etwas ausgedacht. Das Opt-Out, welches mit Analytics möglich ist, sollte auch mit dem Tag Manager funktionieren.
Opt-Out für Google Tagmanager

Google, lass uns ein Spiel spielen

Es soll da draußen SEOs geben, die den Begriff “semantisch” verwenden und nicht wirklich wissen, was er bedeutet. “Irgendwas ähnliches” ist dann meistens die Antwort. Manchmal wünscht man sich einen digitalen Zonk. Google kommt uns zu Hilfe und macht dabei auch noch Spaß. Wer gerne ein Spielchen mit der Google-KI wagen möchte, darf einen Blick auf “Semantris” werfen. Leider funktioniert das Spiel bisher nur in englischer Sprache. Doch auch dabei wird dem ein oder anderen schnell klar, wie die Suchmaschine Begriffe miteinander in Beziehung setzt. Und es trainiert ganz nebenbei den Wortschatz.
Spiel mit der Google-KI: Semantris

 

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